ditec Gummikompensatoren Gewebekompensatoren Brandabschottungen
 
 
 

Planung

Die Wand-/Deckenabdichtungsmembranen und Wand-/Decken- abdichtungskompensatoren sind entsprechend DIN 4102, Teil 1 nach
Baustoffklasse B2 „normal entflammbar“ klassifiziert. Deren Brandverhalten ist in „Allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen“ der Materialprüfanstalt in Braunschweig belegt.

Werkstoffe

Elastische Wand- und Deckenabdichtungen werden aus Siliconkautschuk hergestellt und sind, je nach Ausführung, mit temperaturbeständigen, nicht brennbaren Geweben verstärkt.
Bei Druckdifferenz zwischen den Brandabschnitten können die Wand-/Deckenabdichtungsmembranen oder -kompensatoren zusätzlich mit Druckträgergeweben ausgerüstet werden. Der eingesetzte Siliconkautschuk hat eine Temperaturbeständigkeit von –60 °C bis +200 °C und besitzt unter Normalbedingungen eine Lebensdauer von bis zu 40 Jahren. In zahlreichen Prüfberichten ist belegt, dass sich die mechanischen Eigenschaften des Siliconkautschuks selbst bei extremer UV-, Witterungs- und Ozonbelastung kaum messbar ändern.

Weiterhin ist dieser Siliconkautschuk halogenfrei, nicht hautschädigend und enthält keine toxischen Bestandteile. Für den Einsatz in Kernkraftwerken wurde exklusiv ein strahlenbeständiger Siliconkautschuk entwickelt, der selbst nach 200 kGy ionisierender Bestrahlung eine ausreichende Reißdehnung besitzt. Für den Einsatz in kerntechnischen Anlagen sind die Oberflächen der aus diesem Siliconkautschuk hergestellten elastischen Abdichtungen nachweislich so beschaffen, dass sie problemlos dekontaminiert werden können.

Rohrleitungsexzentrizität

Die Medienrohre sind selten exakt mittig zum Mauerrohr verlegt. Die Position von Medienrohr zum Mauerrohr kann bei der Fertigung der Wand- und Deckenabdichtungen problemlos berücksichtigt werden.

Dies vermeidet ein aufwendiges Ausrichten der Rohrleitung und ermöglicht einen spannungsfreien Einbau. Die engste Stelle zwischen Medienrohr und Mauerrohr beschreibt das sogenannte X-Maß.

Montagestoß

In der Regel werden die Abdichtungen erst nach der Rohrleitungsverlegung eingebaut und müssen deshalb mit einer Montagenaht geliefert werden.

Der abgestufte Montagestoß ermöglicht eine einfache Montage und wird mit kaltvulkanisierendem Siliconkautschukkleber geschlossen. Die Position des Stoßes sollte möglichst an einer für den Monteur gut zugänglichen Stelle liegen.

Befestigungsvarianten

Nach Möglichkeit werden die Abdichtungen auf ein überstehendes Mauerrohr und auf dem Medienrohr mit Schellen befestigt. Ist kein Mauerrohr eingeplant, können die elastischen Abdichtungen auch mit einem Flansch hergestellt und mit einem Klemmflansch an der Mauer montiert werden. (siehe folgende Tabelle)

Für die Flanschbefestigung an der Wand ist folgendes zu berücksichtigen:
Die Befestigungsschrauben oder Durchsteckanker müssen eine Brandschutzzulassung besitzen und sollten zur Gewährleistung der Rauchgasdichtheit in einem Abstand von ca. 100 mm angeordnet werden. Außerdem werden die Brandabschottungen mit Siliconkleber zum Ausgleich eventueller Unebenheiten auf die Wand oder Decke aufgeklebt.

Bei der Auswahl einer geeigneten bauaufsichtlich zugelassenen Befestigungsart sind einige Punkte zu beachten bzw. im Vorfeld zu prüfen:

  • Brandschutzzulassung des Herstellers
    Häufig besitzen nicht alle Größen der Dübel oder Anker einer Serie die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung, auch wenn in den Prospektunterlagen die Kennzeichnungen für „Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung“ und „Brandschutz“ angegeben werden. Unter Umständen sind auch Einschränkungen hinsichtlich Untergrund sowie Art und Höhe der zulässigen Belastung genannt.
  • Befestigungsuntergrund
    Nicht alle Dübel oder Anker sind für alle gängigen Verankerungsuntergründe zugelassen.
  • Randabstand zum Durchbruch
    Um ein Ausbrechen des Untergrunds im Bereich der Befestigung zu verhindern, geben die Hersteller für Dübel und Anker, je nach Belastung, Randabstände zwischen 50 mm und 100 mm vor. Wir konstruieren in der Regel mit einem Randabstand vom Durchbruch zum Lochkreis von 50 mm, da die Kraft je Dübel oder Schraube bei einem Schraubenabstand von ca. 100 mm kleiner als 0,25 kN ist.
    Alle Schrauben werden lediglich durch das Eigengewicht des Kompensators bzw. der Membrane belastet und müssen für eine zuverlässige Abdichtung gegen die Wand oder Decke sorgen.
  • Werkstoff für Befestigungsschrauben
    Wir empfehlen, innerhalb geschützter Gebäude galvanisch verzinkte und bei Verschraubungen im Freien Befestigungsteile aus nichtrostendem Stahl zu verwenden.
TYP  Am Mauerrohr Am Medienrohr
Befestigungsart Befestigung mit Befestigungsart Befestigung mit
W200SS Stulpe Schneckengewindeband
½“ breit
Kleinschelle
je nach ø: 9–12 mm breit
Stulpe Schneckengewindeband
½” breit
Kleinschelle
je nach ø: 9–12 mm breit
W200FS Flansch Klemmflansch:
mind. 30 x 6 mm
Klemmlänge:
8 mm (einschl. Klemmflansch)
Stulpe Schneckengewindeband
½“ breit
Kleinschelle
je nach ø 9–12 mm breit
W400SS Stulpe Schellenband
¾“ breit
Stulpe Schellenband
¾“ breit
Gelenkbolzenschelle
je nach ø: 18–30 mm breit
W400FS Flansch Klemmflansch:
mind. 40 x 6 mm
Klemmlänge:
12 mm (einschl. Klemmflansch)
Stulpe Schellenband
¾“ breit
Gelenkbolzenschelle
je nach ø: 18–30 mm breit
W410SS Stulpe Schellenband
¾“ breit
Stulpe Schellenband
¾“ breit
Gelenkbolzenschelle
je nach ø: 18–30 mm breit
W410FS Flansch Klemmflansch:
mind. 40 x 6 mm
Klemmlänge:
12 mm (einschl. Klemmflansch)
Stulpe Schellenband
¾“ breit
Gelenkbolzenschelle
je nach ø: 18–30 mm breit

Mauerrohr und Mauerrohrisolierung

Die Abdichtungen einer Brandabschottung werden vorzugsweise auf ein überstehendes Mauerrohr mit Schellen befestigt. Bei der Planung der Brandabschottung wird empfohlen für die Mauerrohre möglichst Normnennweiten zu verwenden. Der Überstand sollte für die Montage einer Membrane 30 mm und für die eines Kompensators 60 mm betragen. Als Abstand zwischen einzelnen Mauerrohren sind mindestens 100 mm gefordert.

Bei Mauerrohren mit Wandstärken größer 10 mm und einem Mauerrohrüberstand größer 30 mm bei Membranen bzw. 60 mm bei Kompensatoren ist die durch die Abdichtung nicht abgedeckte Fläche mit einer 20 mm dicken Mineralwolleisolierung (Baustoffklasse A1, Schmelzpunkt > 1000 °C) zu dämmen. Die Oberfläche der Dämmung ist mit verzinktem Stahl- oder Edelstahlblech mit einer Stärke von 0,5 bis 2,0 mm zu schützen.

Streckenisolierung

Die Dämmung einer Rohrleitung dient nicht nur dem Wärme-, Kälte- und Schallschutz, sondern trägt auch aktiv zum vorbeugenden baulichen Brandschutz bei. Je nach Durchmesser und Wandstärke der Rohrleitung muss diese im Bereich der Wandoder Deckendurchführung mit einer Außenisolierung versehen werden. Diese Streckenisolierung ist aus nichtbrennbarer Steinwolle der Baustoffklasse A1 mit einem Schmelzpunkt größer 1000 °C auszuführen. Gängig sind handelsübliche Rohrschalen oder Steinwollematten. Werden andere Dämmstoffe verwendet wie z. B. geschlossenzelliger Schaumstoff oder Foamglas, sind die bauaufsichtlichen Zulassungen der Hersteller zu beachten. Grundsätzlich muss die Rohrleitungsisolierung so ausgeführt werden, dass eine Übertragung von Feuer und Rauch auf die feuerabgewandte Seite verhindert wird.

Die Oberfläche der Dämmung ist durchgehend mit verzinktem Stahlblech oder Edelstahl in einer Stärke von 0,5 bis 2,0 mm zu schützen. Beim Einsatz einer Streckenisolierung sind die Stirnseiten zusätzlich mit Blechscheiben abzudecken. Rund- und Längsstöße sind als Sicken auszubilden und mit Blechtreibschrauben (Abstand ±300 mm), Spannbändern oder Klemmhebelverschlüssen zu sichern.

Streckenisolierung bei Decken
Bei Deckendurchführungen ist die Streckenisolierung durch geeignete Maßnahmen gegen Abrutschen zu sichern.

Beispielsweise kann die Isolierung vor dem Anbringen der Stahlblechummantelung mit Stahlbandschellen (B) verspannt werden. Falls die Streckenisolierung aus mehreren Teilen besteht, muss die Schelle (B) unterhalb des Stoßes (A) angeordnet werden. Bei großen Durchmessern (> 400 mm) ist im Befestigungsbereich der Wand- oder Deckenabdich- tungsmembrane oder des Wand- oder Deckenabdichtungskompensators die Medienrohrisolierung zu versteifen. Dort können beispielsweise zusätzliche Blechstreifen zwischen Dämmung und Oberflächenschutz eingebaut werden.

Ringspalt und Ringspaltisolierung

Als Ringspalt wird der Abstand zwischen Mauerrohr und Medienrohr bzw. Streckenisolierung bezeichnet. Gemäß bauaufsichtlicher Zulassung ist ein Ringspalt zwischen 10 und 100 mm gefordert.
Eine Stopfung mit einer Stopfdichte ≥ 120 kg/m3 aus Mineralwolle der Baustoffklasse A1 und einem Schmelzpunkt > 1000 °C verhindert in diesem Bereich die Übertragung der Temperatur und den Flammendurchschlag auf angrenzende Brandabschnitte.

Haltebleche für Ringspaltisolierung bei Deckendurchführungen
Bei Deckendurchführungen muss die Ringspaltisolierung zwischen Medien- und Mauerrohr durch zusätzliche Haltebleche mehrfach am Umfang abgefangen werden. Sonst besteht die Gefahr, dass die Ringspaltisolierung im Brandfall abrutscht. Bei der Auslegung der Haltebleche ist die laterale Bewegung des Medienrohrs zu berücksichtigen. Die Haltewinkel sind aus verzinktem Stahl oder Edelstahl herzustellen und müssen eine Stärke von mindestens 0,75 mm aufweisen.

Rohrkrümmer

Unsere langjährige Erfahrung auf dem Gebiet von Brandabschottungen hat gezeigt, dass Rohrkrümmer im Bereich der Abschottung häufig nicht zu vermeiden sind. Grundsätzlich können dafür Standardbauformen angeboten werden, wenn nach Möglichkeit folgende Punkte berücksichtigt werden.

Bei Streckenisolierung muss die erforderliche Länge (L) auf die neutrale Faser des Medienrohrs bezogen werden.
Die Rohrschelle sollte noch außerhalb des Rohrkrümmers angeordnet werden (Abstand III).

Bereits bei der Verlegung der Rohrleitung ist die Stärke der Isolierung zu beachten (Abstand II). Bei großen axialen Bewegungen sind zur Bewegungsaufnahme mind. 300 mm Baulänge der Membrane oder des Kompensators zu berücksichtigen.

Lassen die Baustellengegebenheiten die Montage von Standardbauformen nicht zu, können speziell angepasste Brandabschottungen hergestellt werden. Bei diesen kann dann auch der Einspannbereich in den Krümmungsradius verlegt werden.


Aufmaß

Wand- und Deckenabdichtungen werden nach der Rohrleitungsverlegung ausgemessen und gefertigt. Dabei kann die Lage von Medienrohr zu Mauerrohr und die Position des Montagestoßes berücksichtigt werden. Das Aufmaß der Abdichtungen ist erst dann durchzuführen, wenn die verlegten Rohrleitungen ihre endgültige Lage besitzen und die Rohrisolierung zumindest im Bereich der Abschottung fertiggestellt ist.

In einem Formblatt sind alle für die Fertigung relevanten Angaben aufgeführt. Bitte beachten Sie, dass jede Wand- oder Deckenseite separat aufzunehmen ist und die gegenüberliegenden Positionen beispielsweise durch Pos. 1 bzw. Pos. 1A gekennzeichnet werden. Auf Wunsch führen wir das Aufmaß für Sie durch.



Montage

Unser optimal ausgestattetes Montageteam übernimmt bei Neubau- oder Revisionsmaßnahmen den Einbau der Wandabdichtungen oder stellt einen Leitmonteur zur Einweisung Ihres Personals sowie zur Unterstützung und Überwachung der Montagetätigkeiten.