| | Balgkonstruktion Unsere Gummikompensatoren werden auf Basis der Druckgeräterichtlinie PED 97/23/EG für die spezifizierten Betriebsbedingungen ausgelegt. Ein Kompensator ist wie folgt aufgebaut: - medienresistente Innenschicht (Seele)
- druckfeste Gewebeeinlage
- Witterungs-, Ozon-, UV-beständige Außenschicht (Decke)
Je nach Anforderung stehen hierfür geeignete Gummimischungen und Gewebequalitäten zur Verfügung. Die bei den Kompensatortypen genannten Abmessungen und Dehnungsaufnahmen sind gängige, am Markt übliche Größen, jedoch nicht bindend und können Ihrer speziellen Anwendung angepasst werden.
Es wird unterschieden zwischen:
Kompensatorvarianten Universalkompensatoren Lateralkompensatoren Angularkompensatoren Wandabdichtungen Sonderkompensatoren | Befestigungsvarianten Vollgummiflanschen Drehbare Flanschen Schellenbefestigung | Balgform Zylindrisch Ein- oder mehrwellig Konisch | Stützringvarianten Innenliegend Einvulkanisiert Außenliegend | Balgquerschnitte Abmessungen, Druck und Dehnungsaufnahme erfordern spezielle Bauformen. Unser Fertigungsverfahren ermöglicht die Realisierung verschiedenster Balgquerschnitte um für den jeweiligen Anwendungsfall die optimale Lösung zu bieten. Die dargestellten Bauformen stellen lediglich einen groben Überblick dar. | Zur Vermeidung von Turbulenzen und Ablagerungen kann die Welle des Kompensators mit geschäumtem Gummi ausgefüllt werden, sodass die Innenseite des Balgs strömungsgünstig eben wird. Eine gefüllte Welle schränkt die Bewegungsfreiheit des Kompensators jedoch erheblich ein. Die meisten der im Katalog dargestellten Kompensatoren haben strömungsgünstige Wellenkonturen, wodurch Feststoffe ständig ausgespült werden. Eine gefüllte Welle wird deshalb nur in seltenen Anwendungsfällen erforderlich. | | | Gummiqualitäten| Die auf unsere Bedürfnisse hin angepassten Gummimischungen beziehen wir von namhaften Herstellern. Gemeinsam mit diesen arbeiten wir fortlaufend an der Weiterentwicklung und Optimierung der Mischungen. Die physikalischen und chemischen Eigenschaften sind detailliert in Werkstoffdatenblättern spezifiziert und jede angelieferte Gummicharge wird umfangreichen Wareneingangsprüfungen unterzogen. Die Kompensatorenbälge werden aus einzelnen Gummifolien und Festigkeitsträgern aufgebaut und nach der Formung vulkanisiert. Unter Vulkanisation versteht man das Vernetzen von Gummi unter Druck und Temperatur. Dabei wird dieser durch Molekülbrückenbindung mit Schwefel oder Peroxiden aus dem ursprünglich plastischen in den elastischen Zustand überführt. | Alle Gummiqualitäten unterliegen einer natürlichen Alterung, wobei sich die Elastizität reduziert und die Shore-Härte ansteigt. Unter normalen Bedingungen kann man davon ausgehen, dass die Shore-Härte durchschnittlich um 1° Shore A pro Jahr zunimmt. Bei höheren Temperaturen kann dieser Wert ansteigen. Wir empfehlen deshalb, die Shore-Härte in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren und die Kompensatoren bei circa 80° Shore A auszutauschen. Ausgehend von einer Shore-Härte von circa 60° Shore A ergibt sich eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Verschleiß und äußere Einflüsse wie UV-Strahlung und Ozonbelastung spielen hierbei ebenfalls eine Rolle. |
Je nach Medienzusammensetzung und Einsatztemperatur wählen wir aus einer Vielzahl unterschiedlicher Mischungen die für die Anwendung geeignete Gummiqualität aus: | Gummiqualität | Allgemeine Eigenschaften und Anwendungen | | EPDM | Einsatztemperatur –40 °C bis +100 °C Ausgezeichnete Alterungs-, UV-, Ozon- und Witterungsbeständigkeit Sehr gut dampfbeständig Hervorragend quell- und chemikalienbeständig gegen verdünnte Säuren, Alkalien, Aceton und Alkohol Ungeeignet bei aliphatischen, aromatischen und chlorierten Kohlenwasserstoffen Standardmischung: leitfähig mit ATEX-Zulassung Sondermischungen: mit Trinkwasserzulassung, beige mit Lebensmittelzulassung, isolierend, abriebfest | | IIR | Einsatztemperatur –20 °C bis +100 °C Sehr gute Gasdichtigkeit Sehr gute Beständigkeit gegen viele verdünnte Säuren und Laugen Gering beständig gegen aliphatische, aromatische und chlorierte Kohlenwasserstoffe | | CSM | Einsatztemperatur –20 °C bis +100 °C Ausgezeichnete Witterungsbeständigkeit Günstiges Brandschutzverhalten Sehr gute bis ausgezeichnete Beständigkeit gegen oxidierende Chemikalien Gute Ölbeständigkeit auch bei höheren Öltemperaturen und gegen viele legierte Öle | | NBR | Einsatztemperatur –30 °C bis +100 °C Gute Wärme- und Alterungsbeständigkeit, insbesondere unter Luftausschluss (z. B. in Öl) Ausgezeichnete Quellbeständigkeit gegen nicht oder schwach polare Medien, z. B. Kraftstoffe, Mineralöle, Schmierfette, pflanzliche und tierische Fette oder Öle Nicht beständig gegen Ester, Ketone, aromatische und chlorierte Kohlenwasserstoffe Sondermischung: hell mit Lebensmittelzulassung | | HNBR | Einsatztemperatur –30 °C bis +150 °C Gute Wärme- und Alterungsbeständigkeit, insbesondere unter Luftausschluss (z. B. in Öl) Ausgezeichnete Quellbeständigkeit gegen nicht oder schwach polare Medien wie z. B. Kraftstoffe, Mineralöle, Schmierfette, pflanzliche und tierische Fette oder Öle Nicht beständig gegen Ester, Ketone, aromatische und chlorierte Kohlenwasserstoffe | | CR | Einsatztemperatur –20 °C bis +80 °C Sehr gute UV-, Ozon- und Witterungsbeständigkeit Gute Flammbeständigkeit Ausreichende Beständigkeit gegen paraffinische, naphtenische und hochmolekulare Öle Chemikalienresistent gegen Alkalien, verdünnte Säuren, wässrige Salzlösungen sowie reduzierende Agentien Ungeeignet bei oxidierenden Stoffen und konzentrierten Mineralsäuren | | NR | Einsatztemperatur –20 °C bis +70 °C Befriedigende Wärme-, Alterungs- und Ozonbeständigkeit Hohe Zugfestigkeiten bei großer Elastizität bis 600% Sehr guter Abriebwiderstand Wenig beständig gegen heißes Wasser oder Dampf Geringe Quellung durch Aliphate und andere Lösungsmittel Unbeständig gegen chlorierte Kohlenwasserstoffe, Aromate, Ester und Ketone | | FPM | Einsatztemperatur –20 °C bis +180 °C Ausgezeichnete Alterungs-, UV-, Ozon- und Witterungsbeständigkeit Ausgezeichnete allgemeine chemische Beständigkeit auch gegen heiße Öle, Aliphate, Aromate und Chlorkohlenwasserstoffe Sehr gute Gasdichtigkeit Sondermischung: hell mit Lebensmittelzulassung | | Q (Silicon) | Einsatztemperatur –60 °C bis +200 °C Ausgezeichnete Alterungs-, UV-, Ozon- und Witterungsbeständigkeit Sehr gute Strahlenbeständigkeit In Lebensmittelqualität lieferbar Nicht einzusetzen bei Dampf oberhalb 120 °C Befriedigende Beständigkeit gegen Motoren- und Getriebeöle aliphatischer Art Unbeständig gegen Kraftstoffe, chlorierte Kohlenwasserstoffe, Ester, Ketone und Ether Starker Angriff durch Säuren und Alkalien Befriedigende Gasdichtigkeit | PTFE-Auskleidung| Sollte aufgrund der Aggressivität des Mediums oder der vielfältigen Zusammensetzung der Stoffe kein langfristig beständiger Kautschuk ausgewählt werden können, haben wir die Möglichkeit, den Kompensator mit einer Innenauskleidung aus PTFE herzustellen. | Diese ist fest mit dem äußeren Gummibalg verbunden. Eine detaillierte Spezifikation der Betriebsbedingungen ist erforderlich für den möglichen Einsatz eines PTFE-ausgekleideten Gummikompensators. |
FestigkeitsträgerDie Gewebeeinlagen des Gummibalgs tragen die Druckkräfte aus dem inneren Über- oder Unterdruck. Die Art, Anzahl und Anordnung der Festigkeitsträger wird gemäß Druckgeräterichtlinie PED 97/23/EG ausgelegt. Die Druckträgereinlagen sind vollständig im Balg eingebettet und fest mit dem Gummi verbunden. | Je nach Medientemperatur werden folgende Gewebe eingesetzt: | bis 100 °C: | Nylongewebe Polyestergewebe | | bis 180 °C: | Kevlargewebe | | bis 200 °C: | Glasgewebe Stahlgewebe | |
Anfragespezifikation Zur Auswahl eines Gummikompensators benötigen wir folgende Angaben: | Kompensatorvariante | Befestigungsart | Abmessungen | - Universalkompensator
- Lateralkompensator
- Angularkompensator
- Wandabdichtung
| - Vollgummiflansch
- Drehbarer Flansch
- Schellenbefestigung
| - Nennweite
- Baulänge
- Flanschnorm
| | Medium | Temperatur | Druck | Dehnungsaufnahme | - Zusammensetzung
- Aggregatszustand
- Feststoffanteile
| - Minimale und maximale Betriebstemperatur
- Störfalltemperatur und -dauer
- Auslegungstemperatur
| - Über- und Unterdruck
- Druckstoß
- Druckwechsel
- Auslegungsdruck
- Prüfdruck
| - Axiale Stauchung
- Axiale Streckung
- Lateraler Versatz
- Angulare Auswinkelung
- Torsion
- Schwingungsfrequenz
und -amplitude | | |